Läufer nerven! Laufen nervt!

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Es gibt ja tatsächlich ein paar Menschen, die dieser Blog interessiert. Jedenfalls haben mehrere von Euch gefragt,  wann wieder was erscheint. Das hat mich echt gefreut! Ich hatte nämlich überhaupt keinen Bock mehr irgendetwas über Laufen zu schreiben.

Das liegt daran, dass ich vor ein paar Wochen auf die Idee kam, mich bei fuck’n Facebook anzumelden. Und seither habe ich gefühlte 10.000 Beiträge von Lauf-Narzist(inn)en anschauen dürfen, die von Sonnenaufgang bis spät in die Nacht dort ihre sportlichen Heldentaten zum Besten geben: Kostprobe gefällig:

„Super, super, super!!!! Heute vor der Arbeit noch schnell 30 Kilometer gelaufen….Neue Bestzeit! Endgeil!“. Dazu die obligatorischen Daten vom Laufcomputer, und so sicher wie das Amen in der Kirche: Das Selfie-Bildchen vorm Spiegel, denn sie finden sich selbst auch optisch „Super, super, super!!!“. Tja…und das hat mich dann doch ins Grübeln gebracht; über die vermeintliche Größe der Dachschäden meiner Mitmenschen, und gleichzeitig die Frage aufgeworfen, ob die Lauferei letztlich nicht eigentlich blöd, und überflüssig und mein Geschreibe nicht eitel und infantil ist…

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Und während ich da so darüber nachgedacht habe, bin ich ich wohl zu schnell zu weit gelaufen. Denn das Laufen hat angefangen mir an den Nerven zu zerren…genauer gesagt, am Iliotibialband…wir beide kennen uns seit letztem Jahr ganz gut, das Band und ich. Und derzeit kommunizieren wir wieder täglich  miteinander, wahlweise per brennenden oder mitunter auch dumpfen Schmerzen an der Außenseite des rechten Knies. Dabei liegt die eigentliche Ursache gar nicht im Knie, sondern irgendwo…. „am Arsch“…haha…ja so ist es…kleiner Ausflug in die Anatomie gefällig:

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Der Tractus iliotibialis (im Bild blau markiert)  ist ein Faszienstreifen, der vom Darmbeinkamm nach unten zieht, als ausgedehnte sehnenartige Hülle auf der Außenseite des Oberschenkels die Muskulatur stützt und am Schienbeinkopf verankert ist. Das iliotibiale Band spielt durch das Prinzip der „Zuggurtung“ eine wichtige Rolle beim menschlichen Stand, da es die Biegebeanspruchung des Oberschenkelknochens reduziert. Lange Zeit sah man den Schmerzen verursachenden Modus darin, dass der Tractus iliotibialis an der Gelenksvorwölbung des Oberschenkels reibt, ähnlich einem Seil an einer Felskante. Neuere Untersuchungen legen nahe, dass jener vielmehr auf diesen drückt.Gleichwie kann dies vor allem bei Langstreckenläufern zu Überlastungen und Reizzuständen der Knochenhaut und des Schleimbeutels führen. Das Schmerzsyndrom selbst ist vielen Läufern und Radfahrern bekannt und als Tractussyndrom das häufigste bei Schmerzen im Bereich der Außenseite des Kniegelenks. Quelle: Wikipedia

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Tja, also alles nicht so schlimm, aber nervt halt! Zumal da nur eins hilft…runter mit dem Trainingsumfang. Ich habe die Zeit und das schöne Wetter deshalb genutzt, um mal ein bisschen im Park herumzulümmeln, bisschen was zu lesen, und den lieben Herrgott einen guten Mann sein zu lassen. Natürlich werde ich beim Blick auf den Kalender nervös, denn es sind ja nur noch drei Monate bis Chicago…aber Erkenntnis 2016/14: In der Ruhe liegt die Kraft. Und es dürfte wohl wieder mal Zeit für Dehn- und Kräftigungsübungen der Becken-, Bauch- und Rückenmuskulatur werden…habe ich schleifen lassen…selber schuld. Irgendwie ging mir das  Herumgeturne auf die Nerven…was soll’s…. „nobody’s perfect“…ausser die Facebook-Klone natürlich….bei denen ist alles super, super, super!!!

One More Tune/ 14: Bowie/Under Pressure
Passt doch…der Song handelt davon, dass permanenter Druck schädlich ist und Liebe der Ausweg sein kann….na dann…mal her mit der Liebe! Der Song erschien erstmals 1981 auf dem Queen-Album Hot Space. Er ist aber eine Koproduktion von Queen und David Bowie. Der spielte es später oft im Duett mit seiner langjährigen Bassistin Gail Ann Dorsay. Es spricht für Bowie, mit einer solchen Spitzenmusikerin zu arbeiten. Wirkliche A-Stars scharen halt A-Leute um sich, während B-Leute C-Talente holen, damit diese ja nicht heller scheinen mögen als sie selbst. Kann man überall beobachten – auch im Job. Also Hut ab, Herr Bowie…und Vorhang auf für Gail Ann Dorsay und David Bowie, was in dem Fall die richtige Reihenfolge der Nennung ist: Under Pressure.

PS: Die Einführung zeigt, dass die Franzosen nicht nur gut Fußball spielen..sie machen auch noch erstklassige Musiksendungen!

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