Zurück auf Los…

Es ist schon eine Weile her seit dem letzten Blogeintrag. Was soll ich sagen? Irgendwie war mir in den zurückliegenden Wochen weder nach Schreiben noch nach Laufen. Sagen wir mal so: Wenn man an Krisen tatsächlich wächst, würde ich dem Zuständigen gerne zurufen: Ich bin jetzt groß genug!

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Aber der Reihe nach: Ende März ging es endlich nach Mallorca. Frühling total. Drei Wochen Urlaub und den Halbmarathon in Pollenca vor Augen. Der Trainingsstand gut…alles lief nach Plan. Doch leider hatte ich die Rechnung ohne die „spanische Grippe“ gemacht. Nach vier Tagen in Malle machten eine unglaubliche Schlappheit, Gliederschmerzen, Fieber und Husten meinem Pollenca-Halbmarathon Vorhaben den Garaus. Statt für 21 Kilometer reichte die Kraft für 21 Meter – Bett-Terrasse-Bett. Den Halbmarathon habe ich dann immerhin vom Straßencafe aus erlebt – bei Sonne und milden Temperaturen an der Uferpromenade von Porte Pollenca, mit Cappuccino und Ensaimadas (die mallorquinische Halbschwester der Rosinenschnecke) in der Hand. Ich musste ja schließlich Steffen anfeuern, der trotz wenig Training das Ding in in unter zwei Stunden heimgebracht hat.

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Und ein paar schöne Läufe und Touren waren in Mallorca dann auch noch drin, obwohl mir die Grippe noch bis Anfang Mai irgendwie in den Knochen, oder besser gesagt der Lunge stecken geblieben ist.

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Bemerkenswert ist, dass es in Mallorca bei der Startnummernausgabe für alle Läufer eine Flasche Rotwein gab…der Spanier versteht halt was vom Laufen UND vom Leben.

Um das Leben oder besser gesagt um den Tod ging es in einer Nachricht, die mich kurz vor der Rückreise nach Deutschland erreicht hat. Mein Freund Andi aus Stuttgart ist im April gestorben. Einfach so, an einem Herzinfarkt. Unfassbar – immer noch. Ein Tod an dem alles falsch ist. Mehr kann und will ich hier dazu gar nicht sagen. Jedenfalls war es für mich mit dem Training auch mental erst mal vorbei. Nach Mallorca war ich kein einziges Mal mehr Laufen. Ich konnte irgendwie nicht – fühlte mich total müde und ausgelaugt.

Aber langsam merke ich, wie ich mit allen Themen im Kopf langsam durch bin und mich wieder aufs Laufen konzentrieren möchte. Vorgestern habe ich zum ersten Mal wieder die Schuhe angezogen und eine Runde im Park gedreht, gestern Abend wieder und heute Abend auch…Back on track – nur die Pulsuhr habe ich in die Schublade gelegt – jedenfalls bis auf weiteres. Denn die Erkenntnis 2016 Nummer 11 habe ich an der Zimmerwand meiner Tochter entdeckt: „Dein Leben wird nicht dadurch länger, dass Du auf die Uhr blickst.“ Das stimmt. Und die Vorbereitungszeit für Chicago auch nicht. Ich habe nämlich noch ziemlich genau fünf Monate und einen Startplatz für Chicago in der Tasche!!! Yeeeeeeeees! Am 21. April kam die Mail:

Ohne Titel 2

Und deshalb geht es zurück auf Los und und von dort aus immer geradeaus in Richtung  Bank of America Marathon in Chicago. Ich freue mich riesig darauf! Hier noch eine Frage in eigener Sache: Bis jetzt sieht es so aus, dass ich alleine nach Chicago fahre. Geht auch; zu zweit wäre natürlich besser, schöner und toller. Also, falls jemand Lust mitzukommen – oder jemand kennt, der auch dort läuft – bitte melden! Ich wollte am 3.10. oder 4.10. los und am 10.10. wieder zurück. Flüge gibt es ab Berlin oder Frankfurt für rund 390 Euro.

One More Tune/11: AC/DC – For Those About To Rock 
Eines der letzten Male als ich den Andi gesehen habe, war er in Berlin auf dem AC/DC Konzert. Wir haben uns am Tag danach nach in der Nähe des Bahnhof Zoo getroffen, in der Sonne gechillt, gequatscht und viel gelacht – geradeaus – wie immer eigentlich; wie AC/DC irgendwie. Ich habe mich für einen Clip aus dem Jahr 1981 entschieden. For Those About To Rock (We salute you). Ein Konzert in Landover, einer 20.000 Seelen Gemeinde in Maryland/USA. Ja…ich weiß, die Kanonen sind ein bisschen lächerlich. Ja und? Ist das das ganze scheinbar wichtige Zeugs im Leben im Grunde nicht auch? Egal. Wer sich hier nicht mit einem Sixpack kaltem Dosenbier in die erste Reihe wünscht, sollte besser Helene Fischer hören und Duckface-Selfies machen. Dem Andi jedenfalls hätte es gefallen.

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